Eigenen MS SQL-Server für JTL Wawi selber einrichten

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KEINE LUST DEN SERVER SELBER AUFZUSETZEN? KEIN PROBLEM! WIR BIETEN IHNEN KOSTENGÜNSTIG VORINSTALLIERTE MS-SQL-SERVER FÜR IHRE JTL-WAWI INSTALLATION AN! SCHON AB 599 € (netto, zzgl. 19% USt., zzgl. Versand. Verkauf erfolgt nur an Gewerbetreibende / Selbständige).

 

Mithilfe der HP ProLiant Gen8 und Gen10 Microservers ist es möglich, kostengünstig, schnell und effizient einen eigenen MS SQL-Server für den Betrieb einer MS SQL-Datenbank im lokalen Firmennetzwerk aufzusetzen. In unserem Tutorial möchten wir uns mit der Installation eines solchen Servers zum Betrieb der Warenwirtschaftssoftware JTL-Wawi beschäftigen.

Für uns wichtig waren die folgenden Voraussetzungen und Verwendungszwecke:

  • kostengünstig in der Anschaffung
  • kostengünstig im Betrieb (auch 24/7)
  • zuverlässig und stabil
  • Betrieb als RAID 1 (gespiegelt)
  • Möglichkeit, später auch von extern auf die Datenbank zuzugreifen (über LAN und WAN)
  • schnelle Reaktionszeit
  • Skalierbarkeit

Da wir hier den Betrieb als kleinen Server nur zum Hosting einer MS SQL-Datenbank in einem Firmennetzwerk benötigen, verzichten wir aus Kostengründen auf professionellere Ausstattungsmerkmale und wählen stattdessen:

  • Betrieb mit dem kostenlosen MS SQL Server Express Edition
  • Als Betriebssystem kommt Windows 10 Professional zum Einsatz
  • Die Administration des Servers erfolgt bei Bedarf per MS Remote Desktop (RDP).

Somit ist für einen solchen Server nicht viel Technik notwendig. Peripherie wie Bildschirm, Maus und Tastatur werden nur für die Dauer der Einrichtung benötigt – im Betrieb kann später per Fernwartungstool auf den Server zugegriffen werden. Das spart auch am Firmenplatz Ressourcen und der Server kann aufgrund seiner kleinen Abmessungen auf Wunsch auch problemlos im (belüfteten) Schrank verschwinden.

 

WAS WIR BRAUCHEN

Für das Aufsetzen eines MS SQL-Servers benötigen wir an Hard- und Software nicht viel:

HP ProLiant Gen8 Microserver
oder:
HP ProLiant Gen10 Microserver
WD Red NAS S-ATA Festplatte 1TB

Windows 10 64bit Professional (Refurbished)

sowie für das Aufsetzen des Servers die entsprechenden Peripheriegeräte (Maus, Tastatur, Monitor mit VGA-Anschluss), sowie einen handelsüblichen Kreuzschlitz-Schraubendreher. Für die Installation benötigen wir dann noch temporär einen USB-Stick mit ausreichend Kapazität. Die für den Betrieb benötigten Komponenten sind mittlerweile sehr günstig kaufbar. Wir haben die benötigten Komponenten oben mit Kauflinks bei amazon hinterlegt, um Ihnen die Suche zu erleichtern.

 

VORBEREITUNGEN

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Wir öffnen die Klappe vorne (einfach aufklappen) und finden 4 Laufwerksschächte vor. In 2 dieser Laufwerksschächte werden wir nun 2 baugleiche Festplatten einsetzen, um diese im RAID 1-Modus zu betreiben. Hierdurch werden die Daten auf beiden Festplatten gespiegelt. Kommt es zum Ausfall einer Festplatte, sind die Daten somit nicht verloren. Für den Betrieb eines Warenwirtschafts-Firmenservers ist dies ein sehr wichtiges Kriterium, schließlich wollen wir später nicht ohne Kundendaten, Bestellungen und Produktdatenbank da stehen, nur weil eine Festplatte ausgefallen ist. Zudem lässt sich das System über ein RAID 1 im Falle eines Hardwaredefekts auch sehr einfach wieder herstellen.

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Wir entfernen den Festplatteneinschub und lösen die Abstandshalter mit einem Schraubendreher. Anschließend verschrauben wir die beiden Festplatten mit den gleichen Schrauben wieder im Rahmen. Hier sollte sorgfältig gearbeitet werden, da die Festplattenrahmen sehr weich sind und schnell und gerne mal verbiegen oder brechen. Die Abstandshalter werden nach der Montage der Festplatten nicht mehr benötigt und können entsorgt werden, da sie keine Funktion mehr besitzen.

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Wir drücken die beiden Festplattenrahmen zusammen mit den verschraubten Festplatten nun wieder zurück ins Gehäuse und verbinden anschließend alle benötigten Eingabegeräte, sowie den Stromanschluß mit dem Server.

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Der Server wird nun einige Zeit benötigen, bis er hochgefahren wurde, da er einige Selbsttests durchläuft. Dies ist bei Serverhardware völlig normal. Es kann auch passieren, dass sich der Server mehrere Male von selbst ein- und wieder ausschaltet und der Lüfter hierbei sehr hoch dreht. Dies dient der Initialisierung und der Prävention von Staubablagerungen nach längerem Betrieb, sowie der Selbstdiagnose.

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Wenn Sie diesen Bildschirm sehen, hat der Server seinen Selbsttest abgeschlossen und zeigt nun den sogenannten BIOS-Post-Screen mit einigen Informationen über verwendete Technologien (rechts unten in der Ecke), sowie den Initialisierungsergebnissen. Um das RAID nun einrichten zu können, drücken Sie auf der Tastatur die Taste “F5” sobald die Meldung erscheint “Press <F5> to run the HP Smart Storage Administrator (ACU / HP SSA)“. Wenn alles richtig gedrückt wurde, erscheint nun ein Ladebildschirm mit “hp”-Logo und Ladebalken. Falls nicht, kontrollieren Sie bitte Ihre Tastatur auf Funktion und starten Sie den Server ggf. nochmals neu, bis die Meldung mit F5 kommt.

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Wir sind nun im Smart Storage Administrationspanel gelandet und können hier aus den verfügbaren Laufwerken RAID-Arrays anlegen. Dazu wählen wir links aus der Liste den unteren Eintrag aus “Dynamic Smart Array B120i RAID“.

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Und wählen anschließend im nächsten Fenster “Configure“.

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Wir erstellen nun ein Array aus den beiden Festplatten, die wir vorher verbaut hatten. Diese können wir in diesem Fenster auswählen (anhaken). Sollten hier keine Laufwerke sichtbar sein, oder nur ein Laufwerk ist sichtbar, so müssen die Festplatten unbedingt auf Funktion geprüft werden. Ggf. liegt dann ein Hardwaredefekt vor, oder die Festplatten sitzen nicht richtig im Rahmen. Mit Klick auf “Create Array” bestätigen wir unsere Auswahl.

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Als RAID Level wählen wir “RAID 1” aus (Datenredundanz). Die Strip Size sollte 64 KiB(!) betragen, 32 Sektoren, die maximale Größe sollte ausgewählt sein und das Caching setzen wir auf “Enabled”. Mit Klick auf “Create Logic Drive” schließen wir die Einrichtung des RAID ab.

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Zum Abschluss erhalten wir einen Statusbericht. Diesen können wir über “Finish” schließen.

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Den Smart Storage Administrator verlassen wir daraufhin über das Kreuz am rechten oberen Bildschirmrand und bestätigen, dass wir den PC rebooten möchten.

 

INSTALLATION VON WINDOWS 10

Der nächste Schritt wird die Installation von Windows 10 sein. Da der Server nicht mit einem optischen Laufwerk ausgeliefert wird, müssen wir die Windows 10-Installation von USB-Stick vornehmen. Hierzu muss ein USB-Stick mit einer Windows 10 Imagedatei vorbereitet werden. Wie dies im Detail funktioniert, erfahren Sie z.B. hier: http://www.wintotal.de/bootfaehigen-usb-stick-als-installationsmedium-fuer-windows-erstellen/

Wenn Sie Ihren Windows 10 USB-Stick erstellt haben, brauchen Sie ihn nur noch vorne in einen der beiden USB-Anschlüsse des Servers zu stecken und der Server bootet automatisch nach dem Einschalten hiervon:

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Es folgt die bekannte Windows 10 Installationsprozedur mit einer Besonderheit: Bei vielen Windows 10 Medien fehlt der nun benötigte RAID-Treiber, um die Festplatten anzusprechen. Sollte also bei Ihnen keine Festplattenauswahl erscheinen, müssen Sie den HP-Raid-Treiber noch schnell manuell auf den USB-Stick in ein beliebiges Verzeichnis hochladen. Den Treiber können Sie dann bei der Installation vom USB-Stick laden:

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Den Treiber zu Ihrem HP ProLiant Server finden Sie auf der HP-Website: http://support.hp.com/de-de/drivers

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Anschließend können Sie die Windows 10-Installation komplett durchlaufen lassen und abschließen.

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Nach dem ersten Neustart sollten Sie zudem den USB-Stick vorne entfernen, da der Server sonst erneut das Setup startet. Sobald der PC neustarten möchte, sind alle für die Installation wichtigen Dateien bereits auf die Festplatte kopiert worden. D.h. der Stick wird nun nicht mehr benötigt.

Nach der Installation und dem ersten vollständigen Hochfahren aktivieren Sie Ihr Windows 10 durch Eingabe von “Windows aktivieren” im Startfenster. Klicken Sie dann auf den Eintrag in der Systemsteuerung und führen Sie die Windowsaktivierung mithilfe Ihres Lizenzschlüssels durch.

Nach Beendigung der Windows 10-Installation begrüßt uns der Windows 10 Desktop. Dank der guten Treiberunterstützung von Windows 10 werden nun auch alle Systemgeräte ordnungsgemäß erkannt, ein Nachinstallieren weiterer Treiber ist somit nicht notwendig.

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Nach der Anmeldung machen wir uns sogleich daran, ein paar Systemeinstellungen so abzuändern, dass ein Betrieb als Server (besser) möglich ist:

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Wir tippen “Energie” in das Startfenster ein und erhalten als Vorschlag die “Energieoptionen” der Systemsteuerung. Diese wählen wir nun aus.

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Wir erstellen einen neuen Energiesparplan mit dem Namen “Serverbetrieb” und wählen als Voreinstellung “Höchstleistung“.

Nach Klick auf “Weiter” wählen wir “Niemals” in den Einstellungen des Bildschirmsparmodus.

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Und bestätigen die Eingabe mit “Erstellen“.

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Wir rufen den soeben erstellten Sparplan erneut auf und wählen “Erweiterte Energieeinstellungen ändern“.

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Hier setzen wir die Festplattenruhezeit per Eingabe “0” ebenfalls auf deaktiviert / Nie. Unsere Eingabe bestätigen wir über “Übernehmen” und verlassen die Energiesparplaneinstellungen wieder.

 

INSTALLATION UND KONFIGURATION VON SQL-SERVER EXPRESS UND JTL-WAWI

Natürlich ist es möglich, die Installation des MS SQL-Server Express auch manuell vorzunehmen. Geeignete Downloadpakete hierfür findet man direkt bei Microsoft. Wesentlich einfacher (da vorkonfiguriert) ist es, die bereits in der JTL-Wawi beinhaltete Installationsroutine für MS SQL-Server Express zu verwenden.

Hierzu laden wir uns das aktuellste JTL-Wawi von der JTL-Software Homepage:

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Und starten anschließend die Installation.

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Nun können wir JTL-Wawi starten und aus dem Startbildschirm heraus eine MS-SQL-Installation durchführen:

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Dazu klicken wir hier auf “Neuen SQL-Server installieren”. Die Installation gestaltet sich dann denkbar einfach. Besondere Einstellungen sind hier dann nicht mehr zu treffen, außer man möchte ein eigenes Kennwort verwenden. Das Standardkennwort “sa04jT14” kann dann durch ein Wunschpasswort ersetzt werden. Dies ist insbesondere dann absolute Pflicht, wenn der Wawi-Server später auch aus dem Internet erreichbar sein soll. Auch dann, wenn ein VPN genutzt werden soll, da das Standardpasswort sonst keine Sicherheit bietet und es hier ja durchaus um sensible Kunden- und Bestelldaten geht.

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Nach erfolgreicher Installation des MS SQL Server Express steht dann in der Wawi auch die soeben installierte Instanz zur Auswahl:

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Diese können wir nun auswählen und hierin die benötigte Datenbank “eazybusiness” anlegen lassen.

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Ist auch diese Einrichtung abgeschlossen, müssen wir den MS SQL-Server noch im Windows 10 freigeben, damit eine Kommunikation mit dem Server stattfinden kann. Dies geschieht durch eine Firewall-Regel.

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Wir geben “Fire” in das Startfenster ein und wählen die “Windows Firewall” der Systemsteuerung aus.

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Wir wählen nun aus, dass wir “Eine App oder ein Feature durch die Windows-Firewall zulassen” möchten und im nächsten Fenster bestätigen wir dies durch Klick auf den Button “Einstellungen ändern“.

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Wir wählen “Andere App zulassen…” und gehen in das Verzeichnis des MS SQL-Servers. Standardmäßig ist dieser hier zu finden:

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C:\Programme\Microsoft SQL Server\MSSQLXX.JTLWAWI\MSSQL\Binn\. Die Datei lautet “sqlservr“. Diese wählen wir aus und bestätigen unsere Wahl mit “Öffnen“.

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Damit ist der MS SQL-Server nun zum Zugriff freigegeben und es kann so auch von anderen Computern im Netzwerk auf die Wawi zugegriffen werden.

Wir empfehlen außerdem, den TCP/IP-Protokollport zu ändern. Ob das TCP/IP-Protokoll aktiviert wurde und ordnungsgemäß funktioniert, sollte auch nach einer Neuinstallation geprüft werden:

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Wir geben “sql” in das Startfenster ein und erhalten als Vorschlag “SQL Server 20XX-Konfigurations Manager“. Diesen starten wir.

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Im Baum links suchen wir uns den Eintrag “SQL Server-Netzwerkkonfiguration” und hierin den Untereintrag “Protokolle für ‘JTLWAWI’“.

Im rechten Fenster muss das TCP/IP Protokoll erscheinen und bei Status “Aktiviert” stehen. Steht hier “Deaktiviert”, kann es über “Aktion – Starten” gestartet werden.

Nach Doppelklick auf “TCP/IP” öffnet sich ein neues Fenster:

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Wir wählen den Reiter “IP-Adressen” aus und scrollen ganz nach unten. Bei “IPAll” finden wir den Eintrag “TCP-Port” und “Dynamische TCP-Ports”. Hier können wir nun den Standardport (50334) abändern.

 

 

Wir hoffen, wir konnten Ihnen mit unserem kleinen Tutorial weiterhelfen. Haben Sie noch Fragen, Ideen, Anregungen oder Kritik? Lassen Sie es uns wissen! Hinterlassen Sie einen Kommentar, schreiben Sie uns eine Mail oder rufen Sie uns an. Wir helfen Ihnen gerne bei der Einrichtung Ihres MS SQL-Servers auf Basis unserer Servicepartnerschaft weiter!

 

 

hallo@madeindortmund.com

 

 

 



2 Antworten zu “Eigenen MS SQL-Server für JTL Wawi selber einrichten”

  1. Schmid sagt:

    Hallo, Können Sie mir so einen Server auch fertig einrichten und wenn es mal währe bei Problemen drüberschauen. Haben mit unseren Server nur Probleme umgebauter Standard Computer.
    Wie lange hat ein Server Lieferzeit ungefähr?
    MFG
    Schmid

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